Warum ich nicht die Welt retten will 🌍

Zumindest vorerst.

Hello Smart Chiefs, 

Heute geht es um die großen Probleme des Planeten – und die Frage, wie wir am besten damit umgehen. 

Klimawandel, globale Armut, Rassismus: Viele Menschen in meinem Alter sind davon überzeugt: „Mit meiner Arbeit will ich die Welt verändern.“ Das ist prinzipiell eine tolle Sache, und auch ich habe lange Zeit genauso gedacht. Mittlerweile habe ich aber herausgefunden, dass zu viel Idealismus zum Problem werden kann – dass er dazu führt, dass sich gar nichts verändert. Klingt paradox? Hier kommt meine Erklärung.

Ich bin in einer mittelständischen Unternehmerfamilie aufgewachsen. Da ging es in erster Linie ums Geldverdienen, und eher im Nebensatz um „Purpose“ oder „Impact“. Irgendwo verständlich – die Nachkriegsgeneration hatte anderes im Kopf. Wie es bei Kindern so oft ist, wollte ich es anders machen. Zuerst habe ich meine Ausbildung bei der Deutschen Presse-Agentur absolviert. Wie viele Journalisten wurde ich in dieser Zeit zur ambitionierten Idealistin, und diesen Idealismus habe ich auch als Unternehmerin beibehalten. Ich konnte beim besten Willen kein Projekt anfangen, das nicht in irgendeiner Art und Weise dem höheren Zweck diente: sei es Umwelt, Menschenrechte, Bildung. You name it.

Irgendwann habe ich jedoch gemerkt, dass mich mein Idealismus auch lähmen kann. Wenn jedes meiner Projekte den Anspruch haben soll, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, dann kann ich angesichts meiner Ambitionen nur scheitern.

Beim Thema Finanzen wird besonders deutlich, wie lähmend ein zu rigider Idealismus sein kann. Darüber habe ich mit Katharina vom Schwungmasse-Podcast gesprochen (die Folge könnt ihr hier nachhören). Wenn ich in Aktien investiere, ist es quasi unmöglich, alles richtigzumachen. Kein Unternehmen ist zu 100 Prozent clean – und ich bin nicht in der Lage, jeden Paragrafen zu checken. Statt es aber einfach sein zu lassen, ist es besser, diejenigen zu supporten, mit denen ich im Wesentlichen übereinstimme – auch wenn es statt 100 nur 80 Prozent sind. 

Das Tolle ist, dass man mit ein wenig Pragmatismus zwei Dinge miteinander verbinden kann: Die Welt voranbringen und Geld verdienen. Ja, das geht! Dass derjenige, der Gutes tut, finanziell nicht profitieren darf, ist aus meiner Sicht ein falscher Glaubenssatz meiner Generation. Neulich habe ich ein super Zitat gelesen „Success equals impact, equals scale.“ Wenn es uns gelingt, unser Business-Modell so zu skalieren, dass wir damit Geld verdienen, Arbeitsplätze schaffen, Entscheidungen zugunsten des Planeten zu treffen, dann erzeugen wir auch Impact. Dann kommt unser Erfolg nicht nur uns zugute, sondern auch allen anderen.

Wer vor lauter guten Vorsätzen dagegen nichts tut, oder nur schwer in die Gänge kommt: tja, der wird für immer davon träumen, Gutes zu tun.

Habt ein schönes Wochenende und denkt daran: 

Let’s work smart, not hard.

Eure, Laura

PS: Wenn euch gefällt, was ich schreibe, und ihr noch mehr SMART CHIEFS in eurem Umfeld kennt, freue ich mich so sehr, wenn ihr diesen Newsletter weiterleitet. Tausend Dank an dieser Stelle! Let’s grow together!


Zwei geniale Interviews, die ich zu diesem Thema empfehle: